27.04.2018 - 04:28 Uhr

von Eugen Pletsch 

Golf ist ein Zielspiel über 18 Spielbahnen verschiedener Länge, bei dem Sie und Ihre Mitspieler (Mitbewerber genannt und mit Ihnen maximal vier Personen) versuchen, einen kleinen Ball von einer Abschlagfläche (Tee genannt) über einen Rasen (Fairway genannt) zu einer kurz gemähten Fläche zu treiben (Grün genannt), um den Ball dort in ein ca. zehn Zentimeter breites Loch einzulochen, das aus der Entfernung durch eine Fahne gekennzeichnet ist. Alles klar?
Golfen können möchten wir alle gerne können, aber die wenigsten können Golfen, weil das Golfspiel als eine der schwierigsten Sportarten überhaupt gilt, zudem sehr zeitintensiv ist und den ganzen Menschen fordert, worauf sich nicht jeder einlassen kann / will / möchte. Als Golfer wird man schnell diskriminiert, z.B. durch die Behauptung, dass man keinen Sex mehr hätte und wenn das die Golferinnen bestätigen, dann ist das besonders peinlich. Aber wer es als Golfspieler ernst meint, dem kann das egal sein, weil er für den Rest seines Lebens genug zu tun hat.
„Der Golfsport mit seiner jahrhundertealten Tradition der Verzweiflung und Verbitterung wird auch Sie in eine neue Dimension der Selbsterfahrung katapultieren. Bislang unbekannte Ebenen Ihres Bewusstseins werden Sie zu Fragen nach dem Warum und dem Sinn führen. »Wer bin ich, warum bin ich, warum bin ich hier und warum tue ich mir das an?« sind die klassischen Fragen der Golfphilosophie.“ (Aus: Der Weg der weißen Kugel*)
Der Golfplatz ist die Spielfläche des Geschehens, sozusagen der Ort des Verbrechens, und fast jeder, der dort zum Täter wurde, hat den unwiderstehlichen Drang dahin zurückzukehren. Golfplätze, in alten Zeiten zwischen den Dünen am Meer von Gott selbst gebaut, sind heutzutage künstliche, die Umwelt schädigende Freiluftflächen, auf denen Golfsüchtige ihre Golfneurose pflegen. Golfarchitekten (vgl. deSade) erhalten viel Geld dafür, dass sie Plätze bauen, auf denen sie selbst nicht spielen könnten. Golfclubs (auch Golfvereine, oder bei den feinen Hanseaten auch Golfklubs genannt) sind im Gegensatz zum gut organisierten Verbrechen meist schlecht organisiert, was damit zusammenhängt, dass der Clubvorstand in Machtkämpfe verwickelt ist, der Clubmanager seine Profilneurose pflegt ist, die Sekretärin ihre Tage und einen Weinkrampf hat und die ehrenamtlichen Clubmitglieder die Schnauze voll haben. In Golfclubs bilden sich häufig Gruppierungen wie die Hard Core Golfer (Golfjunkies), die Geltungssüchtigen (S-Klasse Golfer), die Arbeitsgemeinschaft Steuerhinterziehung und die Cliquen von wohlstandsverwahrlosten Witwen und halbseidenen „Geschäftsleuten“. Die Golfanlage ist ähnlich der Geldanlage meist ein großer Irrtum mit katastrophalen Folgen. Während die Grünanlage noch einen gewissen ökologischen und sozialen Nutzen hat, wird die Golfanlage nur daran bemessen, wer sie „designed“ hat, wie sie gepflegt wird und ob man das Gesindel draußen halten kann, dass mit Kindern, Hund und Fahrrädern herumrennt und die herrliche Ruhe stört, die zum Beispiel (um nur ein übliche Vorurteil an den Haaren herbeizuzerren) ein Manager sucht, der sich der bösartigen Kritik derer erholen möchte, die ihm den Milliardenverlust „seines“ Unternehmens kürzlich in der Presse persönlich angekreidet haben. Golfanlagen, geplant als Orte der Entspannung, führen meist zur Verspannung, weil sich das Golfspiel auf der Anlage als zu schwierig herausstellt, oder zu langsam gespielt wird, oder der Club die Golfanlage nicht mehr unterhalten kann oder weil sich auf der Golfanlage Gesindel mit Kindern, Hunden und Fahrrädern herumtreibt und die herrliche Ruhe stört, die zum Beispiel ein Unternehmer sucht, der sich (um noch ein übliches Vorurteil an den Haaren herbeizuzerren) davon erholen möchte, dass man ihm den Subventionsbetrug seines Unternehmens kürzlich in der Presse persönlich angekreidet hat. Golfreisen: Die gesamte Kaufkraft, die nicht von zwei Kriegen, dem Neuen Markt, der Osterweiterung oder von der größten „Geldumverteilungsaktion von unten nach oben (auch „Wirtschaftskrise“ genannt), vernichtet wurde, kann in kürzester Zeit auf Golfreisen verjubelt werden. Wir unterscheiden die pekuniäre Golfreise (Devisen ins Ausland bringen oder holen) von der fiskalischen Golfreise (längerer Auslandsaufenthalt, um einen ausländischen Steuersitz zu rechfertigen), die Junggesellenfahrt oder Singlereise (mit hohem Infektionsrisiko) sowie die Kreuzfahrten zu Eheanbahnung bzw. Abwicklung via „Mann über Bord“. Berüchtigt sind „wohlhabende Ehepaare“ mit hohem Assi- und Meckerfaktor, sowie die „Geschäftreise mit Fräulein Tochter“ im gemeinsamen Gemach. Der Golfurlaub erfordert Nerven, denn man wird nicht nur mit wildfremden Menschen bei Golfturnieren, Abendessen oder Feiern zusammensitzen müssen, sondern, wenn man Pech hat, auch mit Berlinern oder Österreichern. Im Golfurlaub muss man zeigen, was man hat, erzählen, wo man schon war, schlafen, mit wem es beliebt und Golfen muss man auch noch. Kurz gesagt: Nur Stress!
Golfurlaubsreisen sind Reisen und Kreuzfahrten mit Berlinern, Österreichern und „wohlhabenden Ehepaaren“ mit dem Ziel, sich so auf die Nerven zu gehen, dass man nach einer Woche richtig zu schätzen weiß, wie gut man es zu Hause hat. Golfferien hat man, wenn man die Schläger in den Teich wirft und ein paar Wochen nicht hinterher taucht. Das Golfhotel ist meist in lauschiger Atmosphäre inmitten eines Golfplatzes gelegen. Der Luxus und die Pracht mancher Golfhotels werden nur noch von dem Preis übertroffen, der für eine Flasche Mineralwasser verlangt wird. Golfhotels bieten das professionelle Ambiente für harte Arbeitssitzungen mit Ihrer „Assistentin“ oder den entspannenden Urlaub mit Freunden. Golfresorts sind größere Anlagen mit z.B. mehreren Hotels und Golfplätzen, die eine Menge Bars, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten bieten. Auch die lieben Kleinen werden hier in Golfschulen angeleitet oder von Animateuren unterhalten, so dass die Eltern in Ruhe auf dem Golfplatz spielen können. Dort fangen Vater und Mutter wieder zu streiten an, worauf sich der Vater an der Golfbar, dem 19. Loch, zuschüttet, Mutter Migräne bekommt und sich die Kleinen in der Spielburg verstecken, bis Mutter vor Angst einen Weinkrampf bekommt und der Animatuer gefeuert wird (Vater merkt nichts mehr, weil blau). Golfpartner sind a) Freunde, die gerne zusammen spielen, b) Leute, die sich nicht leiden können, aber zusammenspielen müssen, c) Liebespaare oder Ehepaare, die auch zusammen Golf spielen, was sie mal besser sein lassen sollten, weil das nur Ärger gibt. Golfkontakte sind meist tiefe zwischenmenschliche Begegnungen im Umfeld der Selbsterfahrungsgruppe „Golfturnier“. Man hat zusammen gelebt und gelitten, vielleicht Momente der Größe ausgekostet, weshalb Golfkontakte meist tiefere Verbindungen schaffen als Ehe oder Partnerschaft. Zu einem Golfkontakt wird man telefonisch sofort durchgestellt, man ist per Du und die Beziehung hält meist ein Leben lang, es sei denn, man sieht sich nie wieder. Golfetikette ist der Versuch, Vandalen und Banausen zu vermitteln, wie zivilisierte Menschen auf dem Golfplatz miteinander umgehen. Dazu gehört, dass man nicht auf Puttlinien herumtrampelt, den Sand im Bunker glättet, die Klappe hält, wenn der Mitbewerber den Ball anspricht und dass man nicht mit Bonbonpapierchen raschelt, wenn ich putte oder den wohlproportionierten Busen so im Matchplay zur Geltung bringt, dass der Gegenspieler zu atmen vergisst und ins Aus schlägt. Ein Golflexikon ist eine Ansammlung von Fachbegriffen aus dem Golfsport, die meist in langweiliger und unverständlicher Weise Golfbegriffe erklären, weshalb wir lebendigen, bildhaften Beschreibungen wie in diesem Lexikon den Vorzug geben, auch auf die Gefahr hin, dass der Golffachbegriff in diesem Golflexikon ungenügend oder falsch erklärt wurde, was mir aber egal ist, da sich das alles sowieso niemnd merken kann. Golfschulen unterscheiden sich von Delphinschulen insofern NICHT, als beide von ihren Jägern als „Frischfleisch“ angesehen werden, das es zu Schlachten gilt. Dabei geht der japanische Fischer, der seinen Fisch noch verkaufen oder essen will, meist sensibler vor als ein Golfpro, der in seinem Golfkurs Reibach machen will. Golfkurse sind gemeinsame Erfahrungen von Menschen, die bereit sich, sich in der Gruppe bloß stellen zu lassen, die es genießen, ihre Unfähigkeit zu demonstrieren und die bereit sind, viel Geld dafür zu bezahlen, dass sie hinterher auch nicht viel mehr können. Die Golfakademie ist die gehobene Form von Piraterie unter hilflosen Frauen und von Selbstzweifel gefesselten Männern, die an keinen Gott mehr glauben, aber an das, was ein Golflehrer sagt und das ist mindestens so absurd, wie das Meiste, was in der Bibel steht. Golfgeschäfte sind a) Fachgeschäfte, die mit Golfartikeln handeln, oder b) fiskalisch meist anrüchige Vereinbarungen unter Golfpartnern oder c) die auf Golfrunden beschlossene illegale Vereinbarung zur Kartellbildung oder zu Bildung krimineller Vereinigungen. Personalentscheidungen, Fusionen, Änderungen der Staatsform oder Revolutionen werden meist auf Golfplätzen beschlossen. Die niedere Form des Golfgeschäftes ist die übliche Vorteilsannahme (Naturalienvergütungen) von Golfjournalisten oder aktive und passive Bestechungsmethoden von Firmeninhabern, Marketingleitern, Sportlern und „VIP´s“ durch „Sponsoren“. Golfadressen sind  a) email-Adressen bekannter Golfagenturen und Hersteller, die vom Azubi, der noch mal schnell das Mailing rausschicken soll, im CC anstatt BCC eingetragen werden, b) die weltweit 500.000 wichtigsten Persönlichkeiten des Golfsports, c) brauchbare Adressen von Produkten und Dienstleistungen der Golfbranche. Golfplatzbewertung ist Ansichtssache. Man kann den Platz vermessen und in seinem Schwierigkeitsgrad bezeichnen, was der DGV gerne macht, um Arbeitsplätze zu schaffen, aber die einzige echte und brauchbare Golfplatzbewertung treffe ich. Sie können diese Bewertung erhalten, in dem Sie mich und einen Spielpartner auf Ihren Platz locken, den wir dann spielen, bis wir die Nase voll haben. Danach müssen Sie uns verköstigen, (betrunken machen wir uns selbst) und dann, um Mitternacht, nach gründlicher Analyse der Scorekarten, geben wir unsere Bewertung ab. Die reicht von kinderleicht über fies bis sauschwer. Falls wir Ihren Platz als Drecksplatz, Gummi-Biotop, Rentner-Kloake oder Wurmhaufensammlung bezeichnen, haben Sie Pech gehabt, denn dann müssen Sie den Platz sofort schließen oder noch eine Flasche Wein aufmachen. Golflinks sind a) Adressen von Internetseiten rund um den Golfsport, wie sie auf www.cybergolf.de oder www.cybergolfnews.de zu finden sind oder b) Links, also traditionelle Küstenplätze auf denen das Golfspiel entstanden ist. Die British Open, eigentlich nur The Open genannt, wird grundsätzlich auf „Links“ oder „Linkscourses“ gespielt. Auf Links zu spielen, ist für den Feinschmecker die höchste Form des Golfspiels.
Golfvereine haben, ähnlich den Hasenzuchtvereinen, die Zielsetzung, rassige Häschen mit starken Rammlern zu paaren, um diese bei Zuchtleistungsschauen (Offene Golfwochen) zu präsentieren. Der Golfshop ist eine Verkaufsfläche, auf der Golfartikel angeboten werden. Wir unterscheiden den virtuellen Golfshop im Internet, den Proshop im Golfclub und den Fachhändler oder Golfdiscouter auf der grünen Wiese. Alle leben von dem Irrglauben ihrer Kunden, dass neue Schläger das Golfspiel verbessern könnten. Diese Golfshops werden manchmal auch Golfstore genannt und wenn sie im Internet agieren, dann vermarkten sie ihre Produkte über Golfauktionen. Die Golfauktion, also die Versteigerung von Golfartikeln ist der Sinn jeder Golfbörse, an der jedoch keine Golfaktien gehandelt werden, sondern eher Golfgeschenke wie Krüge, Videos, Golfbücher, Erinnerungen und Reliquien aus der guten alten Zeit des Golfsports. Einfaches Golfzubehör, wie Golfhandtücher, Ballaufsammler, Ballmarker, Pitchgabeln, Holztees, Kunststofftees und andere Golfprodukte sind Golfartikel, die es auch in jedem Proshop oder Golfshop gibt. Golfauktionen, Golfbörsen und Golfshops finden Sie auf dem Golfportal www.cybergolf.de, wobei Sie über diese Golfseite auch andere Golfportale kennenlernen können. In der Rubrik Golfmagazine finden Sie verschiedene Onlinemagazine zum Thema Golfsport. Das Problem: Die Inhalte fast aller Golfmagazine im Web speisen sich aus den ewig gleichen Agenturmeldungen. Viele interessante Hintergrundinformationen und Pressemeldungen von Anbietern aus der Golfbranche werden entweder gar nicht, nur stark gekürzt oder viel zu spät veröffentlicht, weil sie keine Anzeigenkunden sind. cybergolfnews bietet dazu eine Alternative, denn wir wissen, dass unsere Besucher gerne Hintergrundinformationen lesen. Der Vorteil für die Anbieter, die unseren Dienst nutzen: Ihre Texte werden auf speziell für Suchmaschinen optimierten Seiten via cybergolf sehr gut gefunden. Ihre Meldung bleibt in unserem Archiv. Dadurch stehen Ihre PR-Texte und Infos einer breiten Leserschaft dauerhaft im Web zur Verfügung. Golfzeitschriften sind meist Anzeigenmagazine mit redaktionell aufgepeppten PR-Beiträgen auf Glanzpapier. Zielgruppen: Neugolfer, die sich „informieren“ möchten, Nichtgolfer, die dazugehören möchten und Altgolfer, die vergessen haben, ihr Abonnement zu kündigen. Redaktionelle Gschaft´lhubereien, Spezl´n-Wirtschaft und Kompensationsgeschäfte sind Geschäftsgrundlage einer Golfzeitschrift. Hausdurchsuchungen und Anklagen wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung unterbleiben nur, weil sowohl Staatsanwaltschaft als auch obere Finanzbehörde mit Einladungen zu Pro/Ams und Golf-Events gepflegt werden. Ansonsten ist ein Golfmagazin eine Golfzeitung, also bunte Bilder, viel Werbung und „redaktionelle Inhalte“, die dem Leser vorgaukeln, er würde über die Entwicklung im Golfsport informiert werden. Das Golfmagazin ist aber auch eine gleichnamige Zeitschrift aus Hamburg, die wir nicht kommentieren werden, weil das sonst nur Ärger gibt.Golfjournalisten sind die unterste Kaste, sozusagen der Bodensatz, des Journalismus. Wir unterscheiden zwischen dem fest angestellten Golfredakteur, der sein Gehalt durch PR-Artikel im redaktionellen Teil verdient, und dem freiberuflichen Golfjournalisten, der (meist) honorarfrei arbeitet, und dafür seine Spetzln im Heft unterbringen kann, die ihm Kost, Logis, Flüge, Autos und Equipment zum Nulltarif zur Verfügung stellen. Die aktive und passive Form der Bestechung ist die Grundlage einer Golfreportage, die unversteuerte Vorteilsannahme die Hauptmotivation der golfjournalistischen Arbeit. Golfjournalisten sind meist gefallene Engel, die ihr Brot einst in ordentlichen Redaktionen verdienten, bis sie die Golfsucht an den Rand des Abgrundes trieb, dorthin, wo die Verleger von Golfzeitschriften lauern. Ihren gesellschaftlichen Abstieg kompensieren Golfjournalisten mit (geliehenen) teuren Autos, gutem Essen (im Pressezelt) und ihrem (vergeblichen) Versuch, ein einstelliges Handicap zusammenzumogeln. Obwohl Parias (unter den Kollegen) haben sie doch ein gewisses Ansehen bei DAX-Vorständen und Marketingleitern führender Unternehmen, da sie Kontakte zu bekannten Golfern haben, Einladungen zu Pro/AMs und Golfevents verschaffen können, ein paar scharfe Nutten kennen und die Eitelkeiten ihrer Klientel im Gesellschaftsteil des Magazins pflegen. Gesellschaftlich unter den Golfjournalisten stehen nur die Schreiberlinge von Online-Golfredaktionen, die nicht mal Spesen bekommen, keine Langzeit-Testfahrzeuge von BMW fahren dürfen, keine Pro/Ams spielen können und keine scharfen Nutten kennen, ich zum Beispiel. Ein Golfjournalist muss aus Scheiße Ei machen. Das nennt man Golf-Marketing und Golfjournalisten machen in den meisten Fällen Golf-Marketing für Anzeigenkunden aus der Golfindustrie. Dafür bekommen die Golfautoren und Golfjournalisten jeden Tag neue goldene Uhren, frische Golfbälle und jede Menge Golfbekleidung, die der aktuellen Golfmode entspricht. Diese Golfkleidung, neue Golfschuhe, schicke Golftaschen und säckeweise Golfzubehör, natürlich auch Golfschläger, kassieren die Golfjournalisten ohne mit der Wimper zu zucken, um das Zeug dann bei eBay oder an Kumpels zu verhökern. Weil das aber nicht genug einbringt und Golfzeitschriften so mies bezahlen, müssen zumindest die freiberuflichen Golfautoren noch einem Nebenjob nachgehen, indem sie zum Beispiel Anzeigen für ihr Blättchen verkloppen, als Klavierstimmer arbeiten, im Hotel der Schwiegereltern helfen, als Autotester unterwegs sind oder „Firmen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation beraten“, was gesünder ist und mehr einbringt, als in der väterlichen Metzgerei auszuhelfen. Golfautoren schreiben auch gerne über das Thema Golfcoaching und Mentalgolf. Dafür bekommen sie den Kurs vom Veranstalter gratis. Sie beschreiben aber nicht, wie der Golfcoach seine Kunden verscheißert, sondern sie verscheißern den Golfcoach, indem sie ihm vormachen, dass ein Artikel über Golfcoaching dafür sorgt, dass jede Menge Bekloppte anrufen, die den Golftrainer oder Golfcoach mit Geld zuschütten. Der Golfautor glaubt wiederum, dass ihm das Golfcoaching persönlich etwas bringen würde. Danach läuft er los und spielt sein nächstes Golfturnier, bei dem er seine neuste Golfausrüstung zeigt, die er der Golfindustrie abgeschnorrt hat. Wenn er viele Golfturniere spielt, entstehen viele Golfbilder, auf denen auch er zu sehen ist, die wiederum in den Golfzeitungen veröffentlicht werden. Deshalb glaubt der Golfjournalist irgendwann, er wäre auch prominent. Dann dreht er durch und fängt an, ein Buch über Mental-Golf zu schreiben oder beginnt, Golfvideos zu drehen. So ein Golfvideo ist wie ein Golfbuch auf Rädern. In Golfbüchern kann man alles Mögliche erzählen, solange es jemand glaubt und dafür zahlt. Diese Haltung nennt man zynisch und sie bleibt nicht aus, wenn man lange genug im Golfgeschäft ist. Golfzynismus ist etwas anderes als Golfwitze erzählen.
Eine Golfrange kann ein Übungsgelände sein (Driving Range) oder der Golfplatz eines Golfplatzbetreibers, der unter diesem Namen firmiert. Die Golfcommunity ist die Gemeinschaft der Menschen, die den Golfsport in Frieden, Freiheit und Wohlstand ausüben kann, ohne sich – wie in den meisten Fällen – darüber bewusst zu sein, welches Privileg sie genießen und bisweilen über Golfblogs kommuniziert. Der tollste Golfblog ist natürlich meiner.
Eine  Golfcommunity besteht aus mehreren Golfgruppen, die in Deutschland voneinander meist keine Ahnung haben, dass die jeweils anderen Golfergruppen überhaupt existieren. Wir unterscheiden 1.) die offiziellen Vertreter des Golfsports, als da wären Golfsportfunktionäre, Golf-Verbände und Golf-Vereine, die geistig anderen Vereinen sehr ähnlich sind, zum Beispiel den Kaninchenzuchtvereinen, 2.) die Golfindustrie und ihre Vertreter, die die Welt des Golfsports meist aus der Tunnelperspektive des Gewinnzuwachses betrachten und seltener aus der Perspektive des Zahlungsausgleiches, 3.) die Golfwelt der Prominenten, VIP-Golfer und „Adabeis“, 4.) die Wohlstands-, Luxus,- oder Steueroasengolfer, 5.) den gemeinen Clubgolfer, auch Zechezahler genannt, 6.) den clubfreien Golfer, auch Hartz IV-, Griesbacher-, Aldi,- oder Grau-Golfer genannt, 7.) der Cross-Golfer oder X-Golfer, meist berufsjugendliche Eventveranstalter, die die Platzreife nicht geschafft haben und deshalb auf alles schießen, was sich nicht trinken lässt. In den Golfforen im Internet treffen sich wiederum die Nörgel-Golfer, Stinkstiefel-Golfer, die Besserwisser-Golfer oder Golfschlauberger, sowie die Wahrheitssuchenden und Golfsüchtigen. Bei den Golfforen unterscheiden wir das Forum von MyGolf, das durch einen Gnadenakt von golf.de existiert, das Golfforum.de von Oliver Heuler, Headpro in Fleesensee, sowie das Spicyforum, eine Migration aus dem Golfforum, das Heuler seinen Foristen vermacht hatte, damit die sich dort gegenseitig selbst zerfleischen. Mike Klais hat sein Golfhaus-Forum vorwiegend für Clubfitter eingerichtet und andere gut frequentierte Golfforen deutscher Sprache sind dem Autor nicht bekannt, wenn wir mal von den Party-Ecken und Golf-Lounches verschiedener Kontakt-Portale absehen. Ansonsten gibt es einige golferische Eintagsfliegen, die sich als Golfforen versuchen. Ein Golfdiscount ist sowohl der Firmenname einer Gruppe von Ladensgeschäften mit Golfzubehör, als auch Gattungsbegriff für preiswerte Anbieter von Golfprodukten. Ein Golfdiscount reduziert die Kosten bei der Anschaffung von Golfequipment wie zum Beispiel Golfbags, Golfschuhe, Golfschläger oder Golfbälle. Auf den Serviceseiten der üblichen Golf-Sites finden Sie meist das aktuelle Golfwetter, Golfführer (auch Golfguide genannt, sowie Routenplaner zu den Golfplätzen. Die wichtigsten Golfblogs, sowie Golftermine und Golfnachrichten, finden Sie auf cybergolfnews auf einen Blick zusammengefasst. Hier werden auch die Golfergebnisse der aktuellen Golf-Turniere und andere Golfnews dargestellt. Sollten Sie noch kein Golf spielen und möchten Sie Golf lernen, dann besuchen Sie zuerst ein paar Golf Clubs und lesen Sie mein Buch „Der Weg der weißen Kugel“. Wenn Ihnen dann immer noch nach Golf ist, dann ist Ihnen nicht mehr zu helfen.
Sie werden wohl oder übel Mitglied in einem Golfclub, kloppen jahrelang Bälle auf der Driving Range, üben Pitchen, Chippen und Abschlagen, natürlich auch Putten, und wenn Sie dann die Platzreife haben, kaufen Sie sich ein paar Markenschläger (die Wochen später nur noch die Hälfte Wert sind), nehmen sich einen Caddy oder Trolley und dann dürfen Sie abschlagen. Sofern Sie eine Teetime (Abschlagszeit) haben, dürfen Sie jetzt auf den Golfplatz. Bald entscheidet sich, ob Sie ein Hacker sind oder ein Single-Handicap oder Scratchgolfer, der die Greens mit einem Trommelfeuer von Pitches unter Beschuss nimmt. Wenn Sie dann Golf-Turniere spielen und vielleicht sogar Sieger eines Golfturniers sind, werden Sie mit Bargeldgutscheinen aus dem Proshop eingedeckt, mit denen Sie Geschenkartikel erwerben können, zum Beispiel Golfbücher, Videos und Golf-Bekleidung.

Diesen leseunfreundlichen Text mit dem ganzen Golf-Schwachsinn hat der Golfautor und Betreiber eines Golfportals Eugen Pletsch auf Anraten seines Webmasters verfasst. Irgendwas wegen Suchmaschinen und so...

© by Eugen Pletsch 2010