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Deutschland hilft
Endlich haben Deutschlands Golfer was zu lachen

Die Historie des Golfsports ist gespickt mit Anekdoten von Golflehrern und ihren Schülern. Es gibt Talente, die – auf Harry Vardons Spuren wandelnd – diesen edlen Sport der Gentlemen wirklich lernen möchten. Aber es gibt und gab schon immer etliche tumbe Nüsse, die den Golflehrer alle Kraft und Selbstbeherrschung kosten können. Wirklich unangenehm sind jene Leute, die ihre Stunden nicht bezahlen, weil sie gerade kein Kleingeld dabei haben. Mit so etwas muss sich ein hoffnungsfroher junger Pro das ganze Jahr über rumschlagen – bis er sich schließlich resigniert und müde – Rache ist süß – auf Wochenend-Platzreifekurse spezialisiert. Und was da herauskommt, können wir dann alle ausbaden.

Sie werden einen Golfschwung, der sich in über hundert Jahren entwickelt hat, nicht an einem Tag lernen. Ob Sie sich beim Training wie vor 50 Jahren ein Handtuch unter die Achsel klemmen oder Leadbetters Trainingsgurte benutzen, die Absicht ist die gleiche und die Aufgabe Ihres Pro´s ist es, die richtigen Methoden für Sie zu finden, zu Entwicklung eines guten Schwunges führen. Bei jedem Ballflug sieht der Pro was zu tun ist, korrigiert Fehler und zeigt Ihnen, sofern Sie das Gelernte geübt und verinnerlicht haben, den nächsten Schritt.

Es ist vermutlich Ihr Karma, auf welchen Pro Sie treffen. Alle Pros werden Ihnen bei Griff, Stand, Ausrichtung und Schwung in etwa das Gleiche erzählen, die Frage ist nur wie – und was dann hängen bleibt?
Wichtig ist, dass Sie Ihrem Lehrer vertrauen. Und üben! Üben, gnädige Frau. Nicht mal kurz ein halbes Eimerchen Bälle über die Wiese läppern, dann auf die Fingernägel geschaut und ab ins Clubhaus. Nicht zehn Eimer Bälle mit tierischem Ernst ins Jenseits geprügelt, Herr Doktor, sondern einen Eimer, langsam, mit Bedacht, mit Gefühl und immer: hin zu einem Ziel. Golf ist ein Zielspiel!

Seit 80 Jahren diskutieren Pros über den Einsatz der rechten Hand, die optimale Gewichtsverlagerung im Treffmoment und die perfekte Endposition. Und Feinheiten fortgeschrittener Spielkunst, zum Beispiel wie der Ball optimal anzuschneiden wäre, erübrigen sich bei Anfängern die darum beten, dass der Ball überhaupt einmal fliegt.

Es gibt eine endlose Diskussion, wie Wissen vermittelt wird, und Fachleute auf Seminaren bringen sich auf den letzten Stand der Dinge, der dann von anderen Fachleuten in anderen Seminaren als überholt oder falsch bezeichnet wird. Das ist wie überall unter Fachleuten. Lehrmethoden, die vor einigen Jahren state of the art waren, sind heute entweder überholt oder nicht mehr praktikabel.

Obgleich man weiß, dass man nichts weiß, scheint die Lehre vom Golfspiel auf einem festen Sockel zu ruhen. Autoren von Golfbüchern haben sich auf einen gemeinsamen Nenner von Grundinformationen geeinigt. Die Erfahrung und Persönlichkeit des Golflehrers sorgt (hoffentlich) dafür, dass Sie die Grundlagen des Spiels schnell begreifen.
Es ist faszinierend nachzulesen, welche Veränderungen der Golfschwung durch Ausrüstung, Materialien und Bälle erfahren hat. Neue Lehrmethoden und Ideen waren in den letzten 50 Jahren zumeist didaktischer Art und entstanden durch die Weiterentwicklung von Mensch und Material.
Dennoch gründen sich auch diese Erkenntnisse auf Erfahrungen, die Ben Hogan in seinem „Golfschwung“ beschrieb und seine Kollegen und Vorgänger austüftelten, seit die Affen von den Bäumen stiegen und die Spieler vom Hickory- zum Stahlschaft wechselten. Sie werden vermutlich niemanden treffen, der den Golfschwung neu erfunden hat.
Cartoon_ Peter Ruge
Unterschiedlich sind die Lehrmethoden. Der Ruf moderner Golflehrer gründet sich heute meist auf einem erfolgreichen Zusammenwirken effektiver Diagnostik durch zeitgemäße Video-Analyseprogramme und einer neuen sportwissenschaftlich begründeten Methodik, mit der Wissen vermittelt wird.
Die Auswertung von Videoaufnahmen gibt dem Golflehrer die Möglichkeit, auf dem Monitor exakt darzustellen, was er dem Schüler beibringen möchte. Der Schüler lernt dann visuell und nicht anhand von Beschreibungen und Begriffen, die ihm oft nichts sagen. Es ist eine häufig gemachte Erfahrung von Golflehrern, dass scheinbar einfache Bewegungsabläufe nicht verstanden, geschweige denn umgesetzt werden können.

Ein interessantes Beispiel didaktischer Grenzen erlebte ich vor Jahren. Mit meinem Spazierstock, einem Eisen 6, versuchte eine Freundin, während einer Wanderung im Schwarzwald, nach Tannenzapfen zu schlagen. Da sie mit den Armen Probleme beim Durchschwung am Körper vorbei hatte, erklärte ich ihr, wie sie die Hüfte aus dem Weg nehmen müsste. Ich erzählte ihr das beliebte Beispiel von den flachen Steinen, die man aus der Hüfte heraus über die Oberfläche eines Sees wirft. Ich war ganz begeistert von dem Bild, das ich ihr beschrieb und das auch häufig von Golflehrern eingesetzt wird, bis sie mir sagte: »Ich habe noch nie einen Stein über einen See geworfen!«

Hilfreich ist der Besuch von Profi-Golfmeisterschaften. Wenn in Ihrer Nähe ein Profi-Golfturnier stattfinden sollte, dann gehen Sie hin. Wenn Sie die Profis auf der Driving Range beobachten, lernen Sie, wie systematisch trainiert wird. Der Trick dabei ist aber, dass Sie nicht die kurze Aufwärmphase vor dem Turnier beobachten, sondern die lange Arbeitsphase, nachdem der Spieler die Runde beendet hat. Da lernen Sie wie man trainiert! Allein die Schwunggeschwindigkeit der Golfprofis sollte für Sie tabu sein. Da können Sie mehr lernen, wenn Sie sich Turniere der Ladies PGA Tour anschauen. Herrlicher Rhythmus, ruhiger weicher Durchschwung und meist kluges, unkompliziertes Spiel. (ep)

 

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