27.04.2018 - 04:51 Uhr

Gehen Sie zum Putting-Grün, um in aller Ruhe zu experimentieren. Mit welchem Griff, mit welcher Intensität und auf welcher Linie spielen Sie einen Ball zum Loch? Damit können Sie sich Stunden beschäftigen und dabei sollte sich ein Gefühl von entspanntem, harmonischem Rhythmus einstellen.

Gehen Sie zum Putting-Grün, um in aller Ruhe zu experimentieren. Mit welchem Griff, mit welcher Intensität und auf welcher Linie spielen Sie einen Ball zum Loch? Damit können Sie sich Stunden beschäftigen und dabei sollte sich ein Gefühl von entspanntem, harmonischem Rhythmus einstellen. Falls Sie sich unruhig fühlen, schlagen Sie zuerst einige Bälle auf der Driving Range, dann ist die innere Unruhe weg.

Ich will Sie im derzeitigen Stadium Ihrer Unschuld nicht verrückt machen, aber Sie werden in den nächsten Jahren mehr putten als abschlagen und öfter chippen und aus dem Bunker spielen, als Ihnen lieb ist. Also gehen Sie spätestens nach der dritten Stunde mit Ihrem Pro aufs Übungsgrün.
An lauen Sommerabenden gibt es (zumindest in meinem Alter) nichts Schöneres als das Putten zu üben und wenn Sie entspannt und gleichzeitig konzentriert sind, können Sie vielleicht sogar die Putt-Linien „sehen“, die von manchen Spielern wie feine Lichtstreifen auf dem Gras wahrgenommen werden.Cartoon: Peter Ruge

Bekannte Putt-Gurus, so individuell ihre Lehrmethoden sein mögen, sind sich bei folgenden „Basics“ grundsätzlich einig:
Der Ball sollte senkrecht unter den Augen liegen, die Hände senkrecht unter den Schultern sein. Beide Handflächen zeigen im rechten Winkel zum Ziel, wobei der Ball etwa eine Ballbreite links vom Brustbein positioniert ist. Der Putter-Kopf steht im rechten Winkel zum Ziel. Wichtig ist die Entspannung der Unterarme.

Lassen Sie Ihren inneren Krampf los, indem Sie die Augen schließen und fühlen, wie sich Ihre Arme und Hände entspannen.

Andererseits ist eine zu lockere Haltung auch kontraproduktiv, denn dann können Sie den Putter nicht auf der gewünschten Linie durch den Ball führen.
Eine ... hmm – nennen wir es stabile Lockerheit – ist angesagt. Gewöhnlich wird die Intensität des Puttergriffs am Kanarienvogel-Beispiel beschrieben: Sie halten den Putter wie ein Vögelchen so fest, dass es nicht aus Ihren Händen entschlüpfen kann, und so locker, dass es nicht erdrückt wird.

Entscheidend für das Rollverhalten des Balles ist, ob Sie den Putter auf einer Linie von außen, von innen oder gerade durch den Ball führen. Die Startlinie führt nicht unbedingt gerade zum Loch, da das Grün Wellen und Unebenheiten hat, die man berechnen muss. Wenn der Ball von der Startlinie abweicht (bricht), spricht man von einem „Break“.
Ist da ein „Break“ und wenn ja, wie viel? 90% aller Golfer erkennen nur 40 % des tatsächlichen Breaks, wobei der Körper nach langer Übung durch unbewusstes Pullen oder Pushen wieder 40% ausgleicht. Zur Überlegung wie ein Ball rollen könnte, empfiehlt Tom Watson zu überlegen, wie sich Flüssigkeit verhalten würde, wenn sie auf dem Grün ausgeschüttet wird.
Hierzulande maulen alle über langsame Grüns. Die meisten Leute, die ich beim Putten beobachte, sollten darüber heilfroh sein. Old Tom Morris hätte von unseren heutigen Grüns nur träumen können, dabei wurden schon damals sensationelle Runden gespielt. Anders steht es mit der Qualität der Grüns.

Ein Grün ist treu, wenn sich eine berechnete Linie realisieren lässt und das Grün von einer Qualität ist, die den Ballverlauf nicht stört.


Zum Beispiel, wenn der Ballverlauf bei einem Drei-Meter-Putt, mit einem Break von 30 cm nach rechts, tatsächlich so verläuft, wie Sie ihn vermuten, weil das Grün eine regelmäßige, glatte Oberfläche hat, auf der der Ball dementsprechend rollen kann. Ansonsten kommt der Break meist früher oder später, als man denkt, und manchmal kommt er gar nicht, denn die Grüns sind, je nachdem wie tief sie geschnitten sind und von Sonne und Wind ausgetrocknet wurden, verschieden schnell, was sich im Lauf eines Tages auch noch ändert. Da ist also viel zu beachten. Der Rest ist Übung und Erfahrung.
Das Geheimnis der Meister ist ein Schlagrhythmus in innerer Balance bei entspannter Konzentration! In der Ruhe liegt der Score und wir alle wissen: Wenn es beim Putten „gut läuft“, rollen die Bälle auf den wundersamsten Pfaden ins Loch. (ep)

 

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