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Deutschland hilft
Endlich haben Deutschlands Golfer was zu lachen

Beim Golfspielen sind Sie höflich und gehen achtsam mit der Umwelt sowie der Gesundheit, Laune und Zeit Ihrer Mitspieler um. Wer sich mit anderen vergleichen will, kann dabei seine Schläge zählen.

Golf ist ein Zielspiel über 9 oder 18 Spielbahnen verschiedener Länge. Sie und Ihre Mitspieler (Mitbewerber genannt und mit Ihnen maximal vier Personen) versuchen dabei einen kleinen Ball von einer Abschlagsfläche (Tee genannt) über einen Rasen (Fairway genannt) zu einer kurz gemähten Fläche (Grün genannt) zu treiben, um den Ball dort in ein ca. zehn Zentimeter breites Loch einzulochen, das durch eine Fahne gekennzeichnet ist. Alles klar?

Sie dürfen bei diesem Spiel maximal 14 Schläger benutzen, die aus Metall, Holz oder Kunststoff sind. Die Schlagflächen haben verschiedene Winkel (Loft), sodass Sie – abgesehen von speziellen Schlägen – theoretisch mit dem gleichen, um Ihre Körperachse verlaufenden Schwung, den Ball auf verschieden hohe Flugbahnen schicken, um damit unterschiedliche Entfernungen zu erzielen. Der Spieler, der vom Abschlagen auf der ersten Bahn bis zum letzten Einlochen auf der 18. Bahn die wenigsten Schläge braucht, hat gewonnen.

Es handelt sich also um ein Geschicklichkeitsspiel mit Schläger und Ball, ähnlich wie Tischtennis, wo der Ball auch meist angeschnitten gespielt wird. Nur dass der Golfball, der viel schwerer ist als ein Tischtennisball, möglichst auf der Spielbahn zu einem Ziel hingeschlagen werden soll. Dabei landet er oft neben der gemähten Fläche im dichten, hohen Gras (Rough) und dann geht es, ähnlich wie beim Tischtennis, fröhlich hin und her. Die Abenteuer, die Sie auf Ihrem Weg durch die Wildnis bis zum 18. Loch erleben, dürfen Sie dann am 19. Loch – der Bar Ihres Clubhauses – jedem erzählen, der sich nicht schnell genug aus dem Staub macht.

Das klingt alles recht einfach, ist es aber nicht. Der Haken ist, dass man bei diesem Spiel selbst sein größter Gegner ist, und dann kommt erstens alles anders und zweitens als man denkt – und das wird immer so bleiben. Der unlösbare Konflikt zwischen Wollen und Können wird auch dem besten Spieler auf jeder Runde offenbar.

Wie kein anderes Spiel ist Golf mit einer unglaublichen Menge Regeln und endlosen Kommentaren zu den Regeln (Decisions) ­versehen, hat eine uralte Tradition, eine eigene Sprache, und ein ganzer Industriezweig ernährt sich davon. Unter den Freizeitsportarten hat der Golfsport hierzulande den größten Zuwachs, und eine Menge dubioser Randerscheinungen lauern darauf, hier die schnelle Mark zu machen. Deshalb schreibe ich Golfbücher und keine Tischtennisbücher, obwohl ich Tischtennis viel besser spielen kann.

 

Auszug aus "Der Weg der weißen Kugel" von Eugen Pletsch
 
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