25.09.2021 - 09:21 Uhr

Liebe Cybergolf-Besucher/Innen,
meine einstmals riesige Golf-Linksammlung habe ich an die Fische verfüttert habe und meinen jahrelang (fast) sonntäglichen Blog habe ich auch eingestellt.

Golf-Links sind in Suchmaschinen mittlerweile aktueller zu finden und über Golf zu bloggen macht mir, (bis auf seltene Rückfälle) keinen Spaß mehr. Worüber sollte ich auch schreiben? Zum DGV fällt mir wirklich nichts mehr ein und der moderne Profi-Golfsport  verursacht mir geradezu Übelkeit. Golf-Übertragungen im TV sind todlangweilig geworden und Sky-Sport hat dafür gesorgt, dass GOLF aus der öffentlichen Wahrnehmung weitgehend verbannt wurde.

Das Golfspiel, wie ich es einst in Schottland kennenlernen durfte, ist selten geworden und das einst angeblich so "elitäre" Spiel mit Ethos und Etikette ist einem "moderne Golfsport" gewichen.

In meiner Erinnerung waren es meist die kleinen, alten 9-Loch Plätze in Schottland und Irland oder öffentlichen Golfplätze hierzulande, wie "An der Lausward" in Düsseldorf und der Golfclub Schotten (Vogelsberg), die mir das größte Vergnügen bereiteten  – im Gegensatz zu mancher Protz-Anlage. Es kann natürlich sein, dass ich einen merkwürdigen Geschmack habe, aber der einstige Gütermann-Golfplatz oder der alte Münchner Golfclub, die Garlstedter Heide, Braunfels – überhaupt die von Bernhard von Limburger erbauten Plätze – die hatten einfach Stil. 

War Golf exklusiver, als ich vor fast 40 Jahren damit begann? Ich denke nicht. Vielleicht hatten die Mitglieder bessere Manieren und konnten sich dank der Mindestanforderung Handicap 36 etwas flüssiger über den Platz bewegen, aber die Exklusivität des Golfsports bestand letztendlich nur darin, dass es zu wenig Plätze und somit zu wenig Mitgliedschaften gab. Der Golfsport in Deutschland wurde von den englischen Eliten nach Deutschland gebracht und „gleich von der besseren Gesellschaft okkupiert, die die ersten Golfvereine gründeten“. (Vergl: Jürgen Diethe: Golfheroen)
Nur insofern könnte man von Exklusivität reden, als Golf noch keine Massenabzocke war. Angenehm war auch (meist): Golf spielte man mit dem Understatement, das Menschen pflegen, die es nicht nötig haben zu zeigen, wer sie sind und was sie haben. Das änderte sich mit der ersten Golfwelle der 1980er Jahre und die führte zu dem miesen Golfer-Image, das ich im „Weg der weißen Kugel“ im Kapitel „Golfgräberstimmung“ beschrieben habe und das unseren Sport heute noch belastet.

Mehr als 20 Jahre habe ich versucht dagegen anzuschreiben, aber auch meine fast 1000 Seiten Blogs, in denen ich die Golf-Szene mal bissig mal satirisch karikierte, habe ich mittlerweile weitgehend eingestampft. (Eine kleine Auswahl dieser Texte ist unter dem Titel „Notizen eines Barfußgolfers“ erschienen).

Die kleinen Golf-Seiten und Foren, auf denen bisweilen niveauvolle Diskussionen und fachkompetente Texte zu finden waren, haben aufgegeben, weil jegliches Werbebudget im deutschen Golf-Markt von den Mainstream-Portalen abgeräumt werden. Egal, ob es "Golf & Lifestyle-Portale" sind oder Golf-Seiten auf Facebook – es geht nur noch darum, 'Community' zu schaffen um Klicks zu produzieren, damit die Werbeagenturen die Geldtöpfe öffnen. Über Werbepartner hatte ich mich natürlich auch gefreut, aber nicht um jeden Preis.

Dass Cybergolf.de in diesem Haifisch-Markt noch online ist, wundert niemanden mehr als mich. Cybergolf.de hat nach wie vor einige tausend Besucher im Monat, aber solange die keine Leserbriefe schreiben, wie das früher üblich war, habe ich keine Ahnung, wer sie sind und was sie suchen. Ich habe die dafür nötigen Google-Tools niemals angefasst, verwende kein Tracking, sammle keine Adressen und habe niemals einen Newsletter an meine Besucher/Innen verschickt, weil ich keine Lust habe, die Leute zuzumüllen. Auch von Facebook habe ich mich verabschiedet, was soll ich da?

Insofern habe ich alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann. Aber wer das Golfspiel aus einem anderen Aspekt betrachten möchte, wer andere Informationen sucht, oder – nach einer Phase verbissenen Übens – darauf kommt, dass Humor und Leichtigkeit neben Stand, Griff und Ausrichtung (Hogan) ein Grundpfeiler des Golfspiels sind, wird Cybergolf.de und meine Bücher früher oder später entdecken. Meine Bücher sind eine Ansammlung absurder und grotesker Geschichten und für den heutigen Zeitgeist vollkommen ungeeignet, aber was nich lieferbar ist teilweise kann man bei Amazon billigst gebraucht erwerben oder signiert bei mir bestellen.

Ich denke, dass ich Cybergolf.de noch bis Ende 2021 betreiben werde. Vielleicht findet sich jemand, der Cybergolf.de erwerben und erneuern möchte. Bis dahin lasse ich die meisten Bereiche online und poste Meldungen aus dem Amateursport, der Pro Golf Tour und Industrienachrichten, die ich nützlich finde.

Haltet die Bälle flach und bleibt gesund!

Ihr / Euer

Eugen Pletsch

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