16.05.2022 - 07:36 Uhr

Bernhard Langer ist mittlerweile 63 Jahre und ein alter Hase im Profi Golf-Sport, doch von einem Karriereende kann noch lange nicht die Rede sein. Im Gegenteil, er schaffte es in die Finalrunde der US Masters 2020 und bestätigte damit, dass eine Golfer-Karriere bis ins hohe Alter dauern kann. Mehr noch, die Sport-Legende brach damit den Rekord als ältester Spieler, der jemals den Cut schaffte.

Golf gilt gemeinhin als eine den Körper weniger strapazierende Sportart im Vergleich zu anderen Profisportarten wie Tennis und Fußball, wo Spieler über 30 in der Regel bereits als alt gelten und spätestens mit 40 in Rente gehen. Bernhard Langer ist davon weit entfernt – im Gegenteil, er behauptet sich sogar in dem diesjährigen Masters in Augusta gegen weitaus jüngere Spieler. Die lebenslange Teilnahme am Turnier hat er sich bereits gesichert - und zwar durch seine Gewinne der US Masters in den Jahren 1985 und 1993. 2020 war er der älteste Spieler auf dem Platz, ob es ein Höchstalter gibt, das musste er selbst zunächst in Erfahrung bringen: „Ich war mir nicht sicher, ob es so was gibt. […] Deshalb habe ich vor dem Turnier beim Clubvorsitzenden Fred Ridley angefragt. Er antwortete, wir seien willkommen, solange wir aufrecht stehen und noch Golf spielen können. Und die Ehemaligen würden schon wissen, wann die Zeit gekommen sei, nicht mehr beim Turnier mitzuspielen“, erklärte Langer im Interview im Vorfeld der Majors.

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Der bis dato bekannteste und erfolgreichste deutsche Golfer ist bereits seit 1976 Profisportler, 1986 lag er auf Platz eins der damals neu eingeführten Golf-Weltrangliste, konnte in seiner Karriere zudem mehr als 100 Siege bei Turnieren verbuchen. 2004 führte er als Kapitän das europäische Team zum Sieg über die USA. 2017, also mit knapp 60 Jahren, absolvierte er seine beste Champions-Tour mit sieben gewonnenen Turnieren, dabei drei Majors und zwei von drei Playoff-Turnieren, und auch wenn damals ein vierter Saisonsieg in Folge ausblieb, gewann er damit den Titel „Sieger des Herzens“ bei den deutschen Fans.

Keine Frage, Bernhard Langer hat über die Jahre hinweg dem deutschen Golf Ruhm und Ehre verliehen und hat dazu beigetragen, dass der Sport heute immer beliebter wird – bei alt und jung. Hatte Golf lange Zeit ein elitäres Image, ist der Sport heute einem weitaus größeren Publikum zugängig, und das jeden Alters. Fans jeder Gesellschaftsschicht schließen heute begeistert Golf Wetten online ab oder begeben sich selbst auf den Rasen, um Ihr Handicap zu verbessern.

Wie in keinem anderen Profisport begeistert Golf alle Generationen gleichermaßen, zumal sogar das erfolgreiche Spielen auf internationaler Ebene   – wie Langer es beweist – bis ins hohe Alter möglich ist. Die Weltrangliste wird derzeit angeführt von Dustin Johnson im Alter von 36 Jahren. Er führt das Masters in Augusta zunächst gemeinsam mit dem Mexikaner Abraham Ancer, dem Australier Cameron Smith und dem US-Amerikaner Justin Thomas an. Diese drei Spitzen-Golfer sind knapp unter 30 und waren noch nicht einmal auf der Welt, als Langer das erste Mal das Turnier gewann. Dustin Johnson war damals knapp ein Jahr alt.

Es bleibt also abzuwarten, ob das durchschnittliche Alter der Golf-Profis insgesamt ansteigt. Bernhard Langer zumindest trägt derzeit den Titel des ältesten Spielers, der es jemals in die finale Runde des Turniers schaffte – allerdings nur knapp hinter dem Amerikaner Tommy Aaron, dem im Jahr 2000 ebenfalls im Alter von 63 der Cut gelang. Zum Zeitpunkt war er im diesjährigen Masters jedoch genau 33 Tage jünger als Langer.

Auf einen Sieg hoffte Langer trotz des Rekords nicht und gab sich wie bewohnt gelassen und bescheiden.” Es ist nicht einfach, das zu schaffen. […] Der Älteste zu sein, der den Cut schaffte, ist schon eine besondere Leistung. Hoffentlich kann ich noch ein paar Jahre hier mitspielen und diesen Platz genießen. Darauf trinke ich einen“, erklärte er ganz entspannt im Interview. Zumal die Gegebenheiten beim diesjährigen Turnier nicht ganz einfach waren – sogar die jüngeren Spieler hatten mit starken Regenfällen zu kämpfen, am Freitag des Turniers must wegen Dunkelheit frühzeitig abgebrochen werden. Dass er soweit kommen würde, hatte nicht einmal Langer selbst angenommen. Sky Sports fragte den Golf-Opa, was er geantwortet hätte, wenn man ihm 1993 gesagt hätte, dass er 2020 noch immer in den Masters spielen würde. “Ich hätte wahrscheinlich gesagt, dass du wohl zu viel getrunken hast“, witzelte der Großmeister des Golfs, der bekannt dafür ist, stets bescheiden geblieben zu sein.

In der Tat endete das Masters 2020 mit einem Gewinn von Dustin Johnson, vor Cameron Smith und Sungjae IM aus Südkorea. Bernhard Langer beendete das Turnier mit drei Schlägen unter Par und legte damit eine Spitzenleistung hin, mit der er viele der jüngeren Spieler in den Schatten stellte. Er landete damit auf einem beachtlichen geteilten Platz 29. Damit lag er übrigens weit vor Golf-Ass Tiger Woods, der das Masters auf dem 38. Platz beendete. Das Ende von Bernhard Langers Karriere wird auch dieses Turnier noch nicht sein -  bekannt als „Mr. Consistency“ erklärte er 2019 im Interview mit Mercedes Benz: "Mir geht es gesundheitlich immer noch gut, mir macht das Golfen immer noch Spaß auf diesem Niveau. Und ich glaube, dass ich mich immer noch verbessern kann." Eine Inspiration für alt und jung ist er mit dieser Einstellung auf jeden Fall, und ein guter Beweis dafür, dass man im Golf auch mit über 60-Jahren noch nicht zum alten Eisen gehört.

 

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