15.10.2021 - 22:07 Uhr

„Es war eine besondere Erfahrung und eine ganz große Ehre“ Tokio/Wiesbaden, 7. August 2021. Am vierten und letzten Tag des olympischen Golfturniers der Damen im Kasumigaseki Country Club im Nordwesten Tokios, gelang es Sophia Popov und Caroline Masson nicht, ihre Position wesentlich zu verbessern. Beide Spielerinnen beendeten das Turnier mit insgesamt Even Par auf dem geteilten 40. Platz. Während Popov an diesem letzten Tag eine Runde mit Even Par gelang, musste Caroline Masson, mit vier über Par für den Tag, ihre schlechteste Runde des Turniers hinnehmen. Zufrieden mit dem Ergebnis war am Ende keine der Elite-Team-Germany-Spielerinnen. Die Stimmen zum Finaltag, dem gesamten Turnier sowie der Zeit bei den olympischen Spielen:

Sophia Popov:

Ich habe das Gefühl, dass ich deutlich besser gespielt habe, als mein Score es anzeigt. Das Problem war, dass ich die Birdie-Putts nicht gelocht habe. Das waren an jedem Tag mindestens zwei bis drei Putts unter drei Meter, die ich nicht gemacht habe. Ich hatte Schwierigkeiten die Grüns richtig zu lesen. Wenn das an jedem Tag etwas besser läuft, liege ich locker bei 8 unter und nicht bei Even Par. Deshalb bin ich natürlich unzufrieden mit dem Ergebnis, aber nicht mit meinem Spiel. Vielleicht habe ich auch nicht aggressiv genug gespielt. Der eine oder andere Birdie-Putt ist auf der Linie zu kurz geblieben. Das würde ich in drei Jahren definitiv anders angehen. Es hat aber sehr viel Spaß gemacht. Insgesamt war die Teilnahme eine coole Sache. Wir hätten gerne ein bisschen mehr von Olympia mitbekommen, aber das ging eben in diesem Jahr nicht. Ich hoffe, dass es in drei Jahren besser läuft, da wäre ich auf jeden Fall wieder gerne dabei.

Caroline Masson:

Dass ich nicht so richtig gut ins Spiel komme, hatte sich in den letzten Tagen schon angedeutet. Der Driver kam einfach nicht so gut und dazu habe ich auch nicht wirklich viele Putts gemacht. Wenn das dann zusammenkommt und man den Bogeys keine Birdies entgegensetzen kann, dann wird es schwierig. Die Grüns sind super, aber manchmal ist eben nicht dein Tag. Ich habe Breaks gesehen, wo keine waren, dann habe ich versucht, im Laufe der Runde noch genauer zu sein, und manchmal wird es dann eben auch zu viel. Insgesamt bin ich nicht zufrieden, aber ich hatte auch nicht mein bestes Golf am Start. In den Proberunden sah es eigentlich noch recht vielversprechend aus, dann habe ich so ein wenig den Rhythmus verloren. Es ist ein bisschen enttäuschend. Um eine Chance auf eine Medaille zu haben, hätte ich hier mein bestes Golf gebraucht. Aber es war auf jeden Fall eine tolle Woche. Auch wenn sie durch Corona anders war als in Rio, war es dennoch eine besondere Erfahrung und eine ganz große Ehre für mich, dabei gewesen zu sein.

Stephan Morales, Bundestrainer Damen:

Das Spiel von Sophia sah besser aus, als es ihr Ergebnis ausdrückt. Drei Runden waren richtig gut. Mit einer besseren Performance auf den Grüns, hätte sie hier sehr viel besser abschneiden. Die Bedingungen mit der langen Anreise jeden Morgen aus dem olympischen Dorf in Verbindung mit frühen Startzeiten hat bei uns dazu geführt, dass wir die Abläufe ein bisschen ändern mussten. Das war für alle schwer. Vor allem, weil Sophia und Caro gerne früh mit ihren Vorbereitungen beginnen. Trotzdem stehen wir zu der Entscheidung im Dorf zu wohnen. Mit zwei Spielerinnen in dieser Leistungsstärke und in dieser Kategorie hatten wir uns erhofft, länger im Kampf um die Medaillen mitspielen zu können. Am Ende sind Olympische Spiele nur alle vier Jahre, daher trauert man schon ein bisschen um die verpasste Chance. Aber die Einstellung und der Auftritt unserer Athletinnen war sehr gut. Sie haben Deutschland sehr gut repräsentiert. Sie haben sich nie hängen lassen und immer weitergemacht. Insgesamt haben wir hier tolle Olympische Spiele erlebt, die von den Japanern perfekt vorbereitet und durchgeführt wurden. Ich bin sehr stolz, dass ich dabei sein durfte. Aber es ist natürlich auch schade, und das bedauere ich sehr, dass die Bevölkerung die Wettkämpfe nicht vor Ort miterleben durfte. Wir wurden hier so freundlich aufgenommen. Hier hat von Anfang bis zum Ende alles gepasst. Ich hätte es den golfbegeisterten Japanern so gegönnt, wenn sie hier ihre Athleten auch hätten richtig anfeuern können.

Marcus Neumann, Vorstand Sport des Deutschen Golf Verbandes und Teildelegationsleiter Golf:

Unsere Hoffnungen und Erwartungen haben wir nicht erfüllen können, dazu hatten wir heute einen wirklich schlechten Tag erwischt. Wir hatten uns viel vorgenommen, aber insbesondere auf den Grüns viel zu viel liegen gelassen. Eine Medaille können wir diesmal nicht mitnehmen, die emotionalen Erinnerungen von einem einmaligen olympischen Erlebnis sehr wohl und diese teilen wir mit vielen anderen glücklichen Olympioniken. Wir sind dankbar, dass die Olympischen Spiele stattgefunden haben und stolz, dass wir Golfdeutschland vertreten durften.

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