13.05.2021 - 11:00 Uhr

Die Sonne der letzten Tage hat mich daran erinnert, dass die Golfsaison wieder losgeht. Auch im Golfpark Winnerod wird in Zweiergruppen gestartet, die Startzeitenliste ist rappelvoll.

Anmelden muss man die 1. und die 2 Neun separat, wie das mein Freund Helmut Böhmer im Haxterpark, Paderborn schon vor Jahren eingeführt hat. Eine sinnvolle Regelung wie ich finde, da sich viele SpielerInnen für 18 Loch anmelden, die 2. Neun aber nicht mehr spielen. Ein zweiter positiver Aspekt ist, dass man flott spielen muss, um seine Startzeit auf der 2. Neun pünktlich zu erreichen. Bin mal gespannt, wie das klappen wird.

Meinen Clubausweis habe ich auch schon bekommen. Mit einem Klick auf golf-dgv.de kann man von dem neuen digitalen DGV-Ausweis profitieren, heißt es. Dazu muss man sich erst bei Verimi registrieren. Wer ist Verimi? Dazu klicken wir „Häufige gestellte Fragen“ an. Leider steht da nicht, was die für Ihre Dienste kassieren, aber man kann (Danke DSGVO) die Cookies checken. Solltet Ihr mal tun!

Klar, man muss auf jeder Website Cookies zulassen, um an eine Information zu bekommen (Bescheuerte DSGVO), aber beim DGV finde ich das besonders interessant. Facebook, Google, alle Datenkraken sind im Boot. Geht ja nicht anders, werden Fachleute sagen. OK, ich wollte ja nur mal darauf hingewiesen haben. Richtig spannend wird es dann bei der Verimi https://verimi.de/datenschutzerklaerung.

„Um einen Verimi-Account bei uns anzulegen, müssen Sie bei der Registrierung folgende Daten angeben: Vor- und Nachname, Anrede, E-Mail-Adresse sowie ein Passwort. Ohne Eintragung dieser Pflichtangaben können Sie Verimi leider nicht nutzen. In Ihrem Verimi-Account können Sie darüber hinaus weitere Daten hinterlegen, wie beispielsweise Geburtsname, Geburtsdatum, Geburtsort, Titel, Adressen, Telefonnummern, Bankverbindungen, Zahlungsdaten und Steuerinformationen, Ausweisdokumente, Körpermaße, Finanzinformationen, Präferenzen bei Reisetätigkeiten, Informationen aus Kundenbindungsprogrammen oder Übersicht über genutzte Geräte.“

Und Verimi Pay finde ich auch spannend:

„Um Verimi Pay nutzen zu können, erteilen Sie uns zur Einziehung von Zahlungen ein Lastschriftmandat für Ihr Konto. Hierfür benötigen wir Informationen zu Ihrer Bankverbindung und Ihre Anrede, Vor- und Nachname, Pseudonym, Geburtsdatum, Emailadresse, Wohnanschrift und eine etwaig angegebene Lieferadresse. Im Rahmen der Nutzung von Verimi Pay verarbeiten wir weiterhin Ihre zur Autorisierung der Transaktion erforderlichen Personalisierten Sicherheitsmerkmale. Darüber hinaus erheben und speichern wir die anfallenden Zahlungs- und Transaktionsdaten zu den von Ihnen ausgelösten Transaktionen. Diese teilen wir dem von uns mit der Führung des Treuhandkontos für Zahlungen beauftragten Kreditinstitut mit.“

Also nur 3 Schritte auf meinem Smartphone, wie DGV-Präsident Kobold schreibt, schon kann ich von meinem digitalen DGV-Ausweis profitieren. Ist natürlich alles total sicher. Alle Daten geschützt. Und wenn man sich anmeldet, kann man seine Daten, einfacher geht es nicht, auch gleich an die Deutsche Bank, Allianz und Konsorten abliefern. 

Habe mich mal eingeloggt: 

ÜBERTRAGEN SIE IHRE DATEN AN DEUTSCHER GOLF VERBAND

Wie, was, warum? Ich bin doch beim DGV seit etlichen Jahren gespeichert. Verstehe ich nicht.

Etwas verwirrt (ich war ja ewig nicht mehr auf der DGV-Seite) klicke ich meinen gespeicherten Link zu MyGolf melde mich an und werde von der nächsten Räuberbande begrüßt, die mich zu einem allin1digitalcontent auffordert, keine Ahnung wozu. Da ich Pressemeldungen des DGV nur noch sporadisch überfliege, gehe ich mal davon aus, dass es an mir liegt, wenn ich das alles nicht mehr blicke. Irgendwie gelingt es mir, mich zu meinem Datenstammblatt vorzuarbeiten und erfahre, dass ich mein letztes Turnier am 25.08.17 im Golfpark Winnerod gespielt habe. Das erklärt einiges.

 

Da mir das alles suspekt vorkommt, besuche ich Golf.de. Das Portal des DGV sieht jetzt zwar auch anders aus, aber man kann sich noch zum DGV durchwühlen. Mich interessiert natürlich wer die Sponsoren sind, die diesen ganzen Wahnsinn finanzieren. https://serviceportal.dgv-intranet.de/verband/partner-verbaende/partner-des-dgv.cfm gibt Auskunft.
Die Hauptsponsoren sind HanseMerkur und die Kinderschutzallianz, die ich jetzt nicht recherchieren werde, obwohl es mich misstrauisch macht, wenn sich ein Bündnis von Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Verbänden "der gesellschaftlichen Verantwortung stellt, sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche mit aller Entschlossenheit zu bekämpfen".
Das klingt zu gut um wahr zu sein, denn: sind es nicht die von Wirtschaft und Politik geschaffenen Bedingungen, durch die sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche massiv angestiegen sind?  Und selbst wenn alles seine Ordnung haben sollte: Haben die Geld, um beim DGV als Sponsor aktiv zu sein? Oder ist das nur eine nette Allianz und kein Business Case.
AUDI ist weg. Sollte man ja begrüßen, dass man von der Branche der Lügenbarone kein Geld mehr nehmen muss. Aber wie zahlen die diesen ganzen IT-Irrsinn? Von Mitgliederbeiträgen? 

Na gut. Lassen wir das mal. Googeln könnt Ihr selber. Mir reichte ein Anruf bei einer Clubsekretärin im süddeutschen Golfclub meines Vertrauens um mich auf den neusten Stand zu bringen: „Wie läufts?“ frage ich.
„Ich könnte kotzen“, sagt sie, „wie alle anderen Golfclubs in Deutschland auch. Absolutes Daten-Chaos, kein Handicap stimmt, Datenblätter futsch, der reine Wahnsinn….“.

„Ah! Das neue World Handicap System. Dafür gibt es doch  „Die 10 häufigsten Fragen und ihre Antworten (FAQ) zum Umstellungsprozess“ im https://serviceportal.dgv-intranet.de“, antworte ich, (weil ich auf golf.de gerade drüber gestolpert war). Sie seufzte nur.

Frage: Was wäre, wenn der Wasserkopf des DGV nur so groß sein würde, wie es die Mitgliederbeiträge plus meinetwegen etwas Randgruppenförderung des Bundes erlauben?
Dass Unsummen in jedem möglichen IT-Blödsinn verschwinden, die (einstmals) solvente Zielgruppe Golfer an Datenkraken verscherbelt wird und das Fiasko auf dem Rücken der Club-Sekretärinnen ausgetragen wird, erscheint mir überaus fragwürdig. Und dass offensichtlich kein Controlling greift, zeigt sich alleine schon an dem für professionelles Arbeiten untauglichen, Augen schädigenden, Schriftbild des dgv-Intranet, hellgrau auf weiß.

Um die Titelfrage zu beantworten: Ich weiß nicht, wer vom neuen digitalen DGV-Ausweis wirklich profitiert. Wenn es mal funktioniert, mag eine Handy-App die Anmeldung erleichtern, aber ist der Club-Ausweis in der Brieftasche für manche Neu-Golfer nicht das Statussymbol schlechthin? Oder geht es darum Ausweise Clubfreier Golfer aus dem Verkehr zu ziehen? Absolute Datenkontrolle der Golf-Szene durch Big Brother DGV? Welche „Vorteile“ das bietet, werden sich manche Verkäufer auf der Zunge zergehen lassen. Ein Glück, dass nichts funktioniert.

„Einmal mit Profis arbeiten…“ würde Fefe auf seinem Blog kalauern, aber den kennt beim DGV vermutlich niemand.

Ihr / Euer

Eugen Pletsch

 

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