20.05.2022 - 02:41 Uhr

Schwere dunkle Wolken und heftige Windböen. Draußen ist richtig schottisches Wetter, ein Tag, um die Bälle flach zu halten.

An einem solchen Tag, als fette Regenschauer an die Scheiben klatschten, saß ich vor vielen Jahren mit dem Künstlerehepaar Anne Sommer-Meyer und Michel Meyer in „Barnies“ Pub in Applecross, irgendwo hinter dem Pass an der Nordwestküste Schottlands.
Wenn sich die Sonne kurzzeitig durch die dicken Wolkenschleier kämpfte, konnte man am Horizont die „Isle of Sky“ erkennen. In solchen Momenten keimte sofort Hoffnung auf, doch noch zu unserem damaligen Heimatlcub „Lochcarron“ fahren zu können. Aber schon kam die nächste Regenwand heran und ließ die 45minütige Fahrt auf SingleTracks über den höchsten Pass Schottlands rüber nach Lochcarron absurd erscheinen. Dieses Geschlängel über den Berg ließ sich auch nicht abkürzen. Wenn ein Wagen entgegen kam, tastete man sich im Schritttempo voran, so auch, wenn der Pass im Nebel lag.
Damals bestellten wir eine „Half Pint“ nach der anderen, spielten Billard und tranken einen Whisky ohne Label, den Bernie unter dem Namen “As we get it“ ausschenkte. Der fraß sich in meine junge Leber und schaltete das Hirn aus.
Ja, so ein Tag ist heute. Aber die Leber hat genug gelitten, das Hirn setzt auch ohne Schwarzbrand aus und ich denke mir: „Heutmussemaganixmache“.
Vielleicht fahre ich nachher zum Gießener Künstlerfest „Fluss mit Flair“, wo auch Ina Rosenstock ausstellt, von der ich Euch schon einige Bilder vorgestellt habe.

Inas_leuchtender_Baum.jpg

Dieses Bild von Ina erinnert mich an den riesigen Baum am 1. Abschlag von Lochcarron, der leuchtete, wenn der Himmel vom Sturm dunkel und bedrohlich wurde. Dann verkrochen wir uns in die kleine Hütte, die damals als Clubhaus und Greenkeeperschuppen diente, mit einem Schrank voller Bierdosen und einer Flasche Malt, die etwas versteckt zwischen Lumpen stand. Nichts Besonderes, irgendein Euro-Blend, denn Single Malts, wie wir sie kennen, wurden in Schottland, zumindest damals, mit einer Luxussteuer belegt und ins Ausland verschifft. So auch der Hummer und die KingPrawns, an denen wir uns nur richtig satt essen konnten, wenn der Bruder unseres damaligen Club-Captains Roddy „The Butcher“, dem Fischer im Ort, etwas abzweigen konnte. Tja, so war das.

Ich war lange nicht mehr in Schottland. Irgendeine Stimme sagt mir, dass ich da mal wieder hinfahren sollte.

Aber nicht heute. Heutmussemaganixmache.


Entspannte Stunden wünscht

Eugen Pletsch

 

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